Donnerstag, 30. August 2007

Wiener Lulu-Tourismus

Immer wenn mir fad ist, dann fallen mir solche Geschichten ein. Geschichten zu Themen, die ALLE betreffen. Wer kann schon von sich behaupten nie aufs Klo zu müssen?!?!?

Kommen wir also zum vorgegebenen Thema: Der Lulu-Tourismus! Lulu-Tourismus? Was um alles in der Welt ist das? Und wo um alles in der Welt passiert er auf dieser Welt? Ich sag's Euch! Haltet Euch fest!
BEI UNS im schönen Wien!

Vor mehr als einem Jahr ist die öffentliche Klo-Anlage "Opera Toilet" in der Opernpassage des Wiener Karlsplatzes genau deswegen ins Gerede gekommen. Männer sind in Heerscharen dort hingepilgert, weil es dort was gab, was es sonst nirgends gab und was Unmut schürte. Grund für den (späteren) medialen Unmut gaben nämlich die dort installierten Klomuscheln in Form eines offenen, geschminkten Frauenmundes
, in den man als Mann gegen Entgelt (!!!) - und laut Erzählungen in Habsburger-Atmosphäre - sein Geschäft verrichten konnte. Grauslich! Bäh!
Die Grünen Frauen haben vehement dagegen gewettert, und ich glaube, die Muschel-Münder wurden nun dort auch de-installiert... Aber wer glaubt, der Lulu-Tourismus würde nun der Vergangenheit angehören, der irrt!

Ich glaube es gibt den Lulu-Tourismus in abgeschwächter Form weiterhin.
Bei uns in Wien.

Auch in einem sehr berühmt-bekannten Lokal im schönen Marchfeld kann man Postkarten an seine Liebsten verschicken, auf denen folgender Text zu lesen ist:

"Ich hab' im Marchfelderhof Lulu gemacht,
und hab' dabei an Dich gedacht!
Innigst, Dein/e *UNTERSCHRIFT*"

Und mal Hand aufs Herz: Wer wünscht sich so einen persönlichen Gruß, der aus dem stillen Örtchen kommt, NICHT in seinem Postkasten? Es geht sogar so weit, dass man sich geehrt fühlt, wenn die/derjenige selbst in diesem intimen Moment an seine/ihre lieben Freunde denkt - oder doch nicht?

Donnerstag, 23. August 2007

Ein Jahr Natascha!

Vor exakt einem Jahr (23.8.2006) ist ihr (Natascha K., Anm.) das Unglaubliche gelungen! In einem unbeaufsichtigten Moment konnte sie sich aus den Fängen ihres Entführers befreien, der sie achteinhalb Jahre zuvor am Schulweg in sein Auto gezerrt und seitdem in einem Kellerverlies eingesperrt hatte.

Und heute ist ihr erstes Jahr in Freiheit um. So schnell vergeht die Zeit. Natürlich nicht ohne dass wir Natascha dank vielgestaltiger Medienberichte begleitet hätten. Nein! In unzähligen Interviews, in denen nachgefragt wurde, wie es ihr denn JETZT (nach einem Monat, nach sechs Monaten, nach neun Monaten, nach einem Jahr, zu ihrem Geburtstag, zu Weihnachten, im Inland, im Ausland, im Frühling, Sommer, Herbst und Winter...) gehe, hat sie brav und geduldig Auskunft gegeben. Gerade in diesen Tagen rückte K. wieder mehr ins Scheinwerferlicht, dem sie in Wahrheit nie entkommen war. Anlass dazu gab die kürzlich erschienene (und bereits gelesene...) Teil-Autobiographie ihrer Mutter (betreffend die Jahre 1998-2006), die wohl nicht ohne Hintergedanken des Verlages just zum einjährigen Freiheits-Jubiläum respektive zu K.'s "zweitem Geburtstag" auf den Markt geworfen wurde. Apropos ge- bzw. beworfen. Beworfen wurde auch der Vater des Entführungsopfers. Mit Anschuldigungen und Verleumdungen in jenem Buch sieht er sich konfrontiert, gegen die er jetzt rechtliche Schritte einleiten will/wird. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen gehen also weiter. "Was lange währt, wird endlich gut" trifft in diesem Fall leider nicht zu. Waren sich die Eltern achteinhalb Jahre lang gegenseitig nicht wirklich koscher, weil jeder vom Anderen dachte, er/sie sei in die Entführungsgeschichte verwickelt, geht die Feindschaft auch nach Wiederauftauchen der geliebten Tochter ohne Unterbrechung weiter. K. kehrte insofern an einen den furchtbaren Jahren zuvor mindestens gleichwertigen "locus terribilis" zurück. Tja, und auch der Umgang mit Medien will gelernt sein, wie K. es erst im letzten groß angelegten Interview zur Sprache gebracht hat. Sie hat es im Gegensatz zu ihren Eltern trotz dem medial-belächelten Fächerspiel bei Mamas Buchpräsentation schneller geschnallt, (auch) das (Medien-)Monster zu bändigen!