Donnerstag, 9. Oktober 2008

Portugal, Baader-Meinhof-Komplex & Ombudsmann

Die eine geht nach Portugal, die andere ist schon dort... ich frage mich, wie es meine zwei liebsten und besten Freundinnen wagen können, mich hier alleine für Wochen im Sumpf sitzen zu lassen?
Hey, meine Lieblingsagnes, hey, meine liebste Babs, KÄT hier! Nicht, dass ihr glaubt, ich würde euch einfach so losziehen lassen und meine Gedanken an und mit euch in dem Moment fallen lassen, in welchem ihr die Landesgrenzen passiert, das Physische q u a s i außer Reichweite ist - nach dem Motto : "aus den Augen aus dem Sinn", nein - das Gegenteil ist der Fall!

Agnes-Blog Caminho Português *verkehrt* 2008 war bisher jeden Tag (mehrmals) das Ziel meiner FireFox-Wahl und ich bin erstaunt und erfreut wie aktiv sie ist - sowohl beim Schreiben als auch beim Gehen!
Und die holde Barbara?
Erfreut sich der Liebe und des in Peniche
mit , und ... juhuuu!

Hier allerdings nicht viel Neues unter der Sonne, die auch bei uns häufig scheint und sich allmorgendlich aus einer Nebeldecke erhebt. Gestern hab ich zum ersten (und wahrscheinlich auch letzten) Mal in meinem Leben "vietnamesischen Quallensalat" gegessen - herrlich und eigentlich einen eigenen Post werd!

Achja und den Baader-Meinhof-Komplex (in Anlehnung an Agnes' Batman-Rezension, nicht zu verwechseln mit der derzeitigen "bad-stockjobber-Rezession") hab ich auch schon gesehen, fesselnde zwei 3/4 Stunden... sehr gelungen, sehr brutal, schwere Kost für schwache Emo-Nerven aber äußerst empfehlenswert!
(die nächste Wahl: WALL.E)

Achja 2.. und dann gibt's da noch den Ombudsmann, der meine (im Juni an ihn gerichtete Frage), nun schließlich und endlich letzte Woche beantwortet hat:
http://fm4.orf.at/ombudsmann/224318/main (the last one: "dreckige fingernägel")

Das war das Wort zum Tag.

- lichst KOKA

Montag, 25. August 2008

* * * Crash! - Boom! - Bäng ! ! ! * * *

Gestern war es soweit! Ich habe mir den neuesten Batman, "The Dark Knight", im Kino gegeben! Bisher war ich von dem Stoff ja gar nicht mal so angetan, aber seit gestern hat sich das alles wieder SCHLAGartig geändert. Schon in meiner frühesten Jugend habe ich regelmäßig den heldenhaften Erlebnissen von Batman und Robin in der TV-Serie beigewohnt, wobei die eingeblendeten Comic-Sprech- und Denkblasen ("Crash!", "Bäng!", "Zlott!" o.ä.) immer die Höhepunkte für mich dargestellt haben. Nicht zuletzt deswegen, weils in diesen Szenen den Bösewichten immer ganz gehörig an den Kragen gegangen ist ;-). Im Übrigen glaube ich persönlich ja, dass sich das "BAM" (Bam Oida!) aus dem Krocha-Jargon aus eben dieser Comic-Sprache herausgebildet hat!


Wie auch immer. Der neue Bat(e)man mitsamt seinen Schauspielern (Heath Ledger + Christian Bale als Gegenspieler Joker-Batman) ist echt wuchtig! * Kawumm! * Padautz! *

Mittwoch, 9. Juli 2008

Über alle Maßen...

VERLIEBT...
(oder: wie profan)

Wann sind wir verliebt und wann ist es liebe? wann ist es nur schwärmerei und woher wissen wir wann, und ob überhaupt schwärmerei nur schwärmerei bleibt oder zu verliebtsein wird und wie, aber vor allem, und über allem - weil viel mehr: wann können, wann dürfen wir von liebe sprechen?

hat es etwas mit der zeit, die wir miteinander verbringen, zu tun oder mit der intensität? mit der qualität per se, oder doch mit der quantität in der man sich eben nicht auf die nerven fällt?
was, in dieser welt voller emotionen, die keiner kennt oder zumindest keiner wahrhaben will, darf echt sein und echt "raus" in ebendiese welt? was davon muss drinnen bleiben?
selbst wenn wir eine statistik über die gefühle und die bahn die sich ob der gefühle ergibt (oder eben nicht ergibt) legen würden, so könnte doch kein mensch dieser welt emotionen vergleichen (sollten wir das?).
wir wissen nicht einmal ob der mensch, mit dem wir unsere zeit teilen, nur ansatzweise gleich empfindet wie wir, wissen nicht mal ob das rot, "unser persönliches" rot nämlich, auch nur ansatzweise das gleiche, rot nämlich, wie seines ist.
mein rot ist triefendes blutrot, seines vielleicht nur grau (und dabei denkt er es wäre ebenso triefendes blutrot).

Montag, 16. Juni 2008

Alles hat ein Ende - Nur die Würstchen haben zwei!

Heute Abend wird sich zeigen, was unsere "bumsfidelen Ösi-Bomber" so drauf haben, wenn's ums Kicken geht. Unsere Ball-Jungs wollen den Deutschen die sprichwörtlichen Hosen ausziehen, dabei haben unsere Würstln laut Bild ja selber gar keine mehr an...?!?!?
NACHTRAG (nach dem Spiel...): Zum Thema "Alles hat ein Ende...":
Österreichs National-Team scheiterte tatsächlich 2-fach: Im Spiel gegen die Piefke sowie im Turnier um den EURO-Pokal...*Hach...*, so schön wär's gewesen...

Freitag, 13. Juni 2008

Hurra! Sieg! 1:1 für uns !

Diese EURO treibt skurrile Blüten. Gestern, am Tag des Spieles Österreich gegen Polen, war ich zur Rush-Hour mit den Öffis unterwegs. Erstaunt vernahm ich aus den Lautsprechern nicht Chris Lohners Stimme, die u.a. Betteln und Hausieren in den Stationen ausdrücklich verbietet, sondern die äußerst informative Durchsage einer männlichen Stimme, dass Kroatien gegen Deutschland soeben mit 2:1 in Führung gegangen sei.

Der ganze Westbahnhof verwandelte sich plötzlich in einen Hexenkessel, Fan-Gegröle übertönte die an sich schon laute Bahnhofsgeräuschkulisse, Menschen verschiedenster Nationen begannen zu tanzen und vorallem weiß-rot-karierte (Kroaten) bzw- gestreifte (Österreicher) Fußball-Fan-Hüte wurden geschwenkt und in die Luft geschmissen. Dabei war nicht zu übersehen, dass die Freude über dieses Ergebnis bei den Österreichern fast größer war als bei den eigentlichen Gewinnern, den Kroaten nämlich.
Und wir haben dann schließlich mit 1:1 gegen Polen auch noch gewonnen ;-)

Montag, 9. Juni 2008

WIR reißen bei dieser EM k e i n Leiberl - oder doch?

Kein Leiberl haben oder reißen bedeutet in Österreich keine Chance zu haben oder - apokalyptischer - einfach nicht mehr in der Lage sein zu gewinnen.

"Das "Leiberl" ist ein klarer Fall: ein Austriazismus. Ein Leiberl zu reißen oder auch nicht ist daher wohl auch eindeutig eine österreichische Redewendung.
In bundesdeutscher Standardsprache ginge es wohl im Fall von "geringer Erfolgsaussicht" um den nicht zu gewinnenden Blumentopf", weiß ORF ON.

Und apropos Leiberl und reißen: Im Match gegen die Kroaten wurde einer unserer Rasenartisten derart böse am Leiberl gerissen, dass ihm selbiges nach dem Zweikampf nur mehr in Fetzen vom Leib gehangen ist - Tststs, also wenn WIR das machen würden... Art ist das keine... Ich sag ja: "Leiberl reißen wir bei dieser EM keins!"

Sonntag, 8. Juni 2008

Heut' pockma eich am Krawattl!

In Hinblick auf das heutige erste Österreich-Match im Rahmen der EURO 08 gegen Kroatien, erlaube ich mir einen kurzen Ausflug in die Geschichte der Mode. Ein Ausflug, der mich konkret in die kroatische Modewelt führen soll. Es geht - wer hätte das gedacht? - um Krawatten bzw. um "croatta"!

Kennt man, auch bei uns. Aber habt Ihr gewusst, dass die "Krawatte", laut Wahrig ein
"unter dem Hemdkragen befestigtes schmückendes Halstuch", auf frz. „à la croate“ bzw. "cravate" zurückgeht und eigentlich eine mundartliche Bezeichnung für "Kroate" (kroatisch „Hrvat“) ist? Daher kommt also der vor allem in Österreich gebräuchliche, fast eher abfällige Ausdruck „Krawåd".

Wie kamen aber die Kroaten zu diesem Halsschmuck? Nix genaueres weiß man nicht, aber man geht davon aus, dass kroatische Söldner eben diese bereits bei römischen Legionären - Kroatien war damals noch römische Provinz -, die nördlich der Alpen stationiert waren, als Kälteschutz gebräuchlichen Halsbinden einfach übernommen haben. Richtig in Mode kamen die Krawatten aber erst im 18. Jahrhundert - bei den Franzosen.

Bye the way: Die sind ebenfalls ganz oben auf meiner Favoriten-Liste!

Also, liebe Kroaten, bindet's Eure "Krawattln" heute Abend ein wenig fester - Heut' pockma eich nämlich an selbigen!

Samstag, 7. Juni 2008

Die ganze Welt schaut auf EUROpa 2008

Und ganz Europa schaut auf Österreich und seinen Co-Veranstalter, die Schweiz. Die EURO ist da! Die Europameisterschaft im Fußball, DAS Sport-Ereignis des Jahres, das natürlich - wo sonst? - in Europa stattfindet. Europaaaaaahaaaa!
Ich erinnere mich an dieser Stelle gerne an meine Latein-Matura zurück, in welcher ich genau diese Stelle aus den Metamorphosen des Ovid zu übersetzen hatte, nämlich die Entführung der Europa durch Zeus, der sich, um bei diesem geplanten Seitensprung
von seiner Gattin einmal nicht erkannt zu werden, in einen Stier - oh, wie unscheinbar... - verwandelt hatte...
Ungefähr so hab ich den Originaltext tatsächlich - wie ich im Nachhinein finde hervorragend - übersetzt: "...jener Vater und Leiter der Götter, dessen Rechte [Hand] mit dreifach gezackten Blitzen bewaffnet ist und der durch bloßes Nicken den Erdkreis erschüttert, verwandelt sich in die Gestalt eines Stieres, mischt sich unter die Jungstiere, muht und wandelt formvollendet in den zarten Gräsern", ehe er sich dann seinem schönen Opfer, die junge phönizische Königstochter Europa, nähert und sie auf seinem Rücken ins Meer entführt, um sie dort zu entjungfern. Ja, so sagt's die griechische Sage. Coole Geschichte, wie ich finde.
Und ab heute steht dieser Kontinent, der ihr seinen Namen verdankt, im Rampenlicht.
Bin gespannt, wie viele "flatternde Europässe" ihren Weg ins Tor finden. Naja, Zeus wird's schon richten. Bye the way: Ich tippe auf den amtierenden EURO-Meister: Griechenland!

P.S.: Der Kommentar-Thread ist für Eure Tipps offen!

Pic by MontAgnes

Freitag, 25. April 2008

Saturn im dritten Haus - vielleicht war DAS der Grund?

Es gibt Tage, an denen erwarte ich jeden Moment einen Anruf von meinem Heimatplaneten, mit der lange ersehnten Nachricht, daß sie mich endlich nach Hause holen wollen. Denn: Von HIER kann ich eindeutig nicht stammen. HIER gehöre ich eindeutig nicht hin. Weil: Ein, sagen wir mal, Eichhörnchen, z.B, wird hineingeboren in sein, sagen wir mal, natürliches Umfeld: ein Wald, oder ein Park. Sitzt dieses Eichhörnchen in fortgeschrittenem Alter, sagen wir, in Menschenjahren um die 25, (wie alt werden Eichhörnchen eigentlich, und haben sie auch eine Pubertät?) dann auf einem Ast und überlegt sich: Hm. Gefällt mir dieser Wald? Mag ich eigentlich lieber Eicheln oder Walnüsse? Warum gibt es dieses Jahr so wenig Walnüsse? Bin ich eigentlich normal, wenn ich lieber Eicheln esse als Walnüsse? Haben andere mehr Walnüsse vergraben als ich? Vor allem: Alle anderen finden ihre Walnüsse einfach so auf dem Boden, sozusagen per Zufall, auf dem Nachhauseweg. Warum muss ich meine immer mühsam suchen, und selbst dann sind sie oft noch klein oder vertrocknet? Irgendwas mach ich wohl falsch. Es liegt sicher an meiner Familie. Kein Wunder, meine Eltern waren ja schon so antriebslos, kaum hatte meine Mutter das erste mal geworfen, haben sie sich ins erstbeste Astloch am untersten Baumende zurückgezogen und das war´s dann. Woher soll ich´s denn dann auch wissen? Außerdem habe ich schütteres Fell. Andere haben immer so dichtes, leuchtend oranges Fell. Ich bin bräunlich und eigentlich ziemlich unscheinbar. Eigentlich hasse ich diesen Wald, und diesen Baum, auf dem ich sitze. Es gibt doch so viele Wälder. Und so viele verschiedene Bäume! Warum sitz ich bloß auf DIESEM hier?? Und überhaupt: Wenn ich schon ein Tier sein muß, warum bin ich dann nicht, sagen wir, ein VOGEL! Die haben es so viel besser, können fliegen, wohin sie wollen. Oder eine BIENE: Dann hätte ich meinen festen Platz in der Gesellschaft und geregelte Arbeitszeiten und würde unter einer stabilen, monarchistischen Regierung leben. Aber was soll´s. Jetzt bin ich nun mal ein Eichhörnchen, und wenn ich nicht bald irgendwas eßbares finde, werd ich den Winter nicht überleben, also los, los.

Kann mir nicht vorstellen, daß es dem Eichhörnchen so geht. Nein, es folgt seinem Instinkt! Aufwachen, Aufstehen, Frühstücken, von Ast zu Ast hüpfen, ein bißchen Schnuppern, ein bißchen Markieren, auf Brautschau gehen, Paaren, Kinder großziehen, Nest machen, Schlafengehen. So ungefähr. Ich finde, Eichhörnchen sehen immer sehr zufrieden aus. Fast frech. Ich habe noch nie ein träges, depressives Eichhörnchen gesehen. Nicht mal im Madison Square Park in New York, die hatten zwar die Farbe der Stadt angenommen und waren betongrau, aber agil und geschäftig und mit blinkenden, kleinen Knopfaugen.

Sowas geht mir also durch den Kopf, während ich die verschiedenen Gänge im Saturn durchschreite. Ein seltsamer Ort, besonders für Menschen wie mich, die mit Geld nicht umgehen können. Da gibt es Espressomaschinen für 5749 Euro und Plasmafernseher für 4989 Euro. Meine Espressomaschine hat, glaube ich, 19 Euro gekostet. Dafür ist allerdings der Griff schon ab und ich muß sie jetzt mit einem Topflappen und einem Geschirrtuch anfassen, wenn ich einschenken will. Egal. Einmal würde ich gerne jemand dabei erwischen, wie er so etwas kauft. Einfach nur um zu wissen, wie so ein Mensch denn aussieht. Mir wird schwindlig, wenn ich daran denke, einen Fernseher für 5000 Euro zu kaufen. Aber wie gesagt. Ich komme anscheinend von einem Planeten, auf dem es weder Geld noch elektronische Geräte gibt, denn beide gehören zu meinen natürlichen Feinden.

Östliche Philosophien raten einem ja, sich den Feind zum Freund zu machen, statt ihn zu bekämpfen. Irgendwo hab ich das mal gelesen. Ich versuch´s ja immer wieder. Und dann passieren solche Dinge, daß einem zB eine Festplatte runtergeschmissen wird und einfach kaputt geht. Das hätte ich zB nicht für möglich gehalten! Ich dachte tatsächlich, eine Festplatte wäre etwas sehr festes. So etwas wie eine Handy-simcard, nur viel, viel größer. Und dann erfahre ich, daß sie anscheinend eher so etwas ist wie ein Miniaturplattenspieler mit einer total potenten Miniplatte und einer Art Lesekopf, der auf den Mikrometer genau eingestellt ist. Na gut, wenn man das mal weiß, verliert man jedes Vertrauen in dieses Ding. Aber ich wußte das nicht. Hab da einfach immer alles reingestopft, über Jahre gesammelt, persönliche Dokumente, Musik, Filme, Fotos, und wenn es noch nicht auf meiner tollen, externen Festplatte gespeichert war, war es für mich noch nicht "in Sicherheit". Was für ein beruhigendes Gefühl das war, wenn sie da so lag in ihrem stets warmen Metallgehäuse, so robust anmutend als könnte es sogar einen Atomangriff überdauern, und mir durch ein kleines, blinkendes Lämpchen und leichte elektronische Verdauungsgeräusche angezeigt wurde, daß, was auch immer ich ihr gerade anvertraut hatte, sicher in ihrem Inneren angekommen war. Mein Baby. Mein Bunker. Mein Sicherheitsraum, in dem nicht nur, um wieder die Eichhörnchenparallele aufzugreifen, die stinknormalen, lebensnotwendigen Nüsse aufbewahrt wurden, sondern vor allem die besonderen, die einzigartigen. Zeilen, die ich an einem besonders schönen Tag geschrieben hatte und die ich immer wieder hervorgeholt hatte um ein wenig zu schwelgen, Briefe, die mir jemand geschickt hatte und die ich hervorholen konnte wenn ich das Bedürfnis nach Gesellschaft hatte und gerade niemand da war. Gestern habe ich sie dann in einer Plastiktüte zurückbekommen, meine arme, tote Festplatte. Sie könnte zwar noch gerettet werden, durch einen schwierigen Eingriff in einem speziellen Labor. Das ist allerdings sehr, sehr teuer. So ähnlich fühlt man sich wohl, wenn man vor der Frage steht, ob man seiner Hauskatze jetzt die Bandscheibenoperation zahlen soll, die ungefähr so viel kostet wie 200 neue Katzen. Schrecklich.

Zum Glück hat man in solchen Fällen schnell die "Heute" zur Hand, wo man sich versichern kann, daß es weit schlimmere Verluste gibt und überhaupt weit größere Kathastrophen. Und zum Glück gibt es immer jemanden, der selbst an so einer Begebenheit noch etwas Gutes findet. Vielleicht ist es ja gut, daß 6 Jahre fast tägliche Tagebucheintragungen verloren sind; man soll ja der Vergangenheit schließlich nicht nachhängen. Hm. Nachhängen, nein. Aber ich mag die Vergangenheit trotzdem ganz gern. Ich lese gern über Tage, die schon vorbei sind, Tage, die mir Spaß gemacht haben. Die sind nämlich vorbei und waren genau so und können sich nicht mehr verändern. Und wenn sie gut waren, dann ist das schon ein Stein im Brett. Und wenn sie verrückt waren, dann kann man voller Freude nochmal durchspazieren und sich nochmal drüber wundern. Und man kann sich sogar für das Hier und Jetzt Kraft aus ihnen holen. Ich mag meine Erinnerungen. Wie´s bei Sondheim so schön heißt: "Oh if life were made of moments! - Even now and than a sad one. But - if life were made of moments - then you´d never know you HAD one".

Soviel dazu. Während ich also noch um meine Festplatte trauere, trage ich in einem riesengroßen Saturn-sackerl einen neugekauften Drucker heim. Immer wieder sehe ich Leute, denen so etwas scheinbar großes Vergnügen, wenn nicht sogar Lust bereitet. Mir ist es ein Greuel. Wieder etwas, das kaputt gehen kann. Wieder ein Kabel mehr. Wieder eine Gebrauchsanweisung, eine Rechnung, eine Garantie. Und erst alles was davor kommt: Gespräche mit käsigen Kundenberatern, die aussehen, als wären sie schon vor dem Rechner auf die Welt gekommen, die einem erklären auf wie viele tausend Seiten wie viel Toner kommt und wo man wieviel sparen kann und daß der und der Drucker zusätzlich auch noch scannen, faxen, telefonieren und von mir aus auch Espresso kochen kann. Dafür kann ich mir meine Tagebuchseiten jetzt ausdrucken. Dann kaufe ich mir ein Grundstück und vergrabe die Seiten dort in einem feuerfesten, stoßfesten Safe. Und den Zugangscode laß ich mir eintätowieren. So gesehen gibt es tatsächlich Wichtigeres im Leben. Ich stell das große, schöne neue Saturnsackerl mit dem Drucker gleich neben das kleine, weiße mit der toten Festplatte drin und laß es da erst mal stehen. Dem Instinkt folgen. Kaffee trinken, Zeitung lesen, Kopf schütteln. Selbst wenn das alles KEINEN Grund hat ist es nicht mal schlimm genug um einen zu brauchen.

Mittwoch, 16. April 2008

Mia san ka(ne) Jausngegna! - Eine Abhandlung über das Wienerische

Die Ottakringer sorgen ja nun schon seit längerem mit ihrer - von bösen Zungen als "Anbiederung ans Wienerische" abgetane - Werbekampagne für Aufsehen. Sämtliche Slogans, etwa "A Eitrige, an Bugl und a 16er Blech!", "Niglnoglneich" oder "Wödmasta", sind und waren Gesprächsthemen in Wien. Gesprächsthema deshalb , weil sich die ottakringerischen Werbetexter so ungeniert an der Sprache der Wiener orientieren und bedienen und sich geschickt und absatzfördernd an die Mundart ihrer Hauptabnehmer (ich habe aber auch schon gehört, dass Ottakringer Bier im Rest von Österreich gar nicht so gut ankommen soll...?!?!) anzupassen wissen. An das Wienerische nämlich!

Mir gefällt die Linie ja gut, aber bis zu diesem gleich zu erörternden Erlebnis war ich immer der festen Überzeugung, gerade ICH würde mit dem Wienerischen auf gutem Fuße stehen. Meine Herrschaften, wie ich schmerzlich feststellen musste,
ist dem aber gar NICHT so...


Denn der aktuelle Spruch ("Mia san ka Jausngegna!")
bereitete mir ernsthaftes Kopfzerbrechen! Ka Jausngegna? Was soll denn das bedeuten?
Ist der "Gegna" nicht maskulin und verlangt daher den unbestimmten (Negativ-)Artikel "kane" [keine] (Plural)? Müsste es also - würde man den "Jausngegna", so wie ich, zunächst als so eine Art Kostverächter verstehen - dann nicht richtig heißen: "Mia san kaNE Jausngegna!"? Tja, so dachte ich. Unwissend wie ich war. Und ich schwöre Euch, ich hab mich da echt minutenlang damit beschäftigt und drüber nachgedacht.
"Mia san kane Kostverächter!" Ja, nur so kann das gemeint sein, denn unter dem Begriff Kostverächter versteht man,
abgesehen davon, dass sich solche Leute "keiner (anziehenden) Frau versagen",
gemeinhin auch jemanden, der "sinnlichen Genüssen sehr zugetan bzw. ein sehr genießerischer Mensch und im Verzehr von etwas nicht wählerisch ist." Und eben all diese Interpretationen habe ich irgendwie mit dem Genuss eines (Ottakringer) Bieres und der zugehörigen Jausn (Brezn oder whatever) in Verbindung gebracht. Logisch, oder? Zwar fand ich den Slogan nicht ganz so fetzig wie die bisher dagewesenen, aber meine Güte, irgendwann gehen die guten Ideen halt auch aus. Ja, so dachte ich.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist mir nur leider immer noch nicht eingegangen, dass die Slogan-Macher ja eigentlich was komplett anderes sagen und bewerben wollten. Die EURO 2008 nämlich, für die die 16er-Blech-Brauer starker Sponsor sind/sein werden. Bei einem "Jausngegna" (wiener.) handelt es sich nämlich um keinen - wie irrtümlich angenommen - Kostverächter, sondern um einen "nicht ernstzunehmenden Gegner (im Sport)"!
Optimistisch wie ich bin, unterschreibe ich das sofort. Jausngegna samma sicha kana, doch Europameister werden wir auch nicht - und "Wödmasta" scho gor ned
! Wieder was geleert, ähm gelernt!

Sonntag, 13. April 2008

Sucht mich das Glück überhaupt?

Sich Inspirationen aus Büchern zu holen, ist mir das Liebste. Wieder wurde mir ein kleinformatiges mit schwarzem Einband in die Hand gedrückt, mit dem Zusatz "Das wird dir gefallen, Gènie des MontAgnes [Name der Redaktion bekannt]!" - Und es war so!

Es handelt sich dabei ("Findet mich das Glück?") um ein recht amüsantes Werk aus dem Verlag der Buchhandlung Walther König (Köln), das an die 300 unbeantwortbare Fragen an seine Leser richtet, die über ihre Unwissenheit was so manche Dinge angeht zumindest im Nachhinein schmunzeln müssen.

Meine kleine Auswahl an Lieblingsfragen:

* Ist das alles in meinem Kopf?
* Soll ich dem Tageslicht aus dem Weg gehen?
* Darf sich die Wahrheit alles erlauben?
* Warum leistet sich die Erde den Luxus, mich zu haben?
* Hilft hartnäckiges Wünschen?
* Soll ich meinem angenehmen Wesen etwas Fieses beimischen?
* Lebt meine Seele in einem fremden Land?
* Was geschieht mit dem Fernsehsendungen, die ich nicht gesehen habe?
* Sieht meine Seele in einem fremden Land die Fernsehsendungen, die ich verpasst habe?

Und zuletzt:

* Sucht mich das Glück an einem falschen Ort?

Tja. Ja, wahrscheinlich!

Hier versuche ich mein Glück, ebenfalls unbeantwortbare Fragen ins/ans Universum zu(rück[zu])schmettern:

* Führt mein zweites Gesicht ein autonomes Leben?
* Führt mein zweites Ich Böses (gegen mich) im Schilde?
* Muss man jeden Bissen respektive Brocken runterschlucken?

Ps.: Der Kommentar-Thread ist hiermit eröffnet! (Vielleicht weiß ja doch der/die Eine oder Andere Antworten auf diese Fragen...)

Mittwoch, 2. April 2008

Happy Birthday to you - Frechdaxxx!


Die flotte Blogger-Bagage wünscht dir auch auf diesem Wege "Alles Gute zum Geburtstag!...du altes Fossil" ;-) Bussi!
Genie des MontAgnes & PetrusFranzJasomirgott

Samstag, 29. März 2008

Die Geschichte von Otto Normalverbraucher und seiner Ottilie Normalverbraucherin... [Ein Gleichnis]

... begann - wo sonst? - im Supermarkt. Erstmals getroffen haben sie sich vor dem Kühlregal, wo beide angesichts der eklatanten Preiserhöhungen bei Milchprodukten wie Butter oder Käse erschüttert ihre Hände über ihren Köpfen zusammen schlugen und zu weinen begannen. "Wia soll des bloß enden? Wenn das so weida gehd, kann i boid kane Palatschinken mehr mochn...", schluchzte Ottilie. "De Müch [Milch], der Topfn, des Mehl und aa de Eier, plötzlich is des ollas tei(r)a!" Otto sah sie mitleidig an. Auch ihm merkte man an, dass ihm ein solch tristes, von Verzicht bestimmtes Leben nicht gerade schmecken würde. Wieder bei Fassung drehte er sich kurzerhand um, marschierte schnurstracks in die (Tiefkühl-)Gemüseabteilung, fischte dort ein Päckchen Spinat aus der Truhe und wandte sich wieder Ottilie zu: "Daun tuast anfoch an Spinot in de Palatschinken! Und am Sonntag essma wieder wöche mit Topfn und Marünmarmelad'!" Ein verschmitztes Lächeln huschte sichtbar über Ottilies Antlitz! "Ja, des is g'sund, und der Spinot gibt Kroft!"

Von diesem Tag an verbrachten Otto und Ottilie ihr Leben gemeinsam. Und wenn sie nicht gestorben sind (was sie aufgrund ihrer geänderteten Ernährung vermutlich auch noch nicht sind...), dann sind sie noch immer von unbezahlbaren Butterbergen und Milchflüssen umgeben.

Mittwoch, 26. März 2008

Zu Gast bei Verlierern? - Sicher? SICHER!

Seit der 56. Minute der gegenwärtigen Gast-Partie (Holland : Österreich) hat sie mich nun auch gepackt: Die vielfach vorhergesagte Euro-Phorie, ich meine die EURO 2008-Euphorie, die sich bis spätestens bis Juni d.J. im gesamt-österreichischen Fussball-Bewusstsein einnisten soll. Fußball? Österreich? Fußball UND Österreich? Da hat wohl jemand zwei unterschiedliche Kicker-Bock angezogen, heißt soviel wie: In meinem persönlichen Bewusstsein sind und waren diese Begriffe immer mit den sprichwörtlichen zwei verschiedenen Paar Schuhen gleichzusetzen.

Nicht aber seit dieser besagten 56. Minute, die jetzt vielleicht im Spielverlauf gar keine so herausragende war, die aber immerhin MICH, die - in Ermangelung an gutem österreichischem Fußball, der abgesehen von burgenländischen Regionalkickern, die mit der Polizei anhängen, kaum Platz in den Schlagzeilen hat - am internationalen Fußball zwar Geschmack (Zidane *lechz*) und Interesse findet, in den Bann der heimischen Rasenartisten gezogen hat. Warum das plötzlich am heutigen Abend? Just in der besagten Minute bin ich nämlich an einer Riesen-Leinwand (Live-Übertragung) vorbei spaziert, die mich einen kurzen "Ob wir eh abbeißen"-Sicherheitsblick riskieren ließ, um nach dreimaligen Vergewisserns mit großem Erstaunen und lauthals feststellen zu dürfen: "3:1 FÜR UNS?"

Alle bis dato an die Leinwand gehefteten Blicke richten sich plötzlich mit einem
wohlwollenden Lächeln auf mich und nicken mir zu. Irgendwas, sei es Eingebung oder aber auch nur professionelles Fußball-Unverständnis, lässt meinen Pessimismus nicht von meiner Seite weichen und ich trete, um einer patzigen Antwort zu entgehen und auch meinen mitleidigen Blick nicht schweifen lassen zu müssen, um diese Stimmung bloß NICHT zu zerstören, meinen Heimweg an. Als ich daheim ankomme, hat sich das viel versprechende 3:1 plötzlich (....Bitte, WIE kann DAS passieren? WIIIIEEEEEEE bitte? WIE kann man es schaffen, in den madigen verbleibenden 34 Minuten (die by the way ICH locker am Stepper durchhalte, ohne einzugehen...) noch 3 Tore zu kassieren?!?!?!) in ein unglaublickes 3:4 für die "Hoizschlappf'n" (1) verwandelt. Es ist zum Heulen *Buhuuuuuu*. Und dabei würde ich sogar lachen, wenn die Holländer tatsächlich ihre Schraubstollenschuhe (auf Wienerisch: Schraufn-Schuach) gegen ihr traditionelles Schuhwerk getauscht hätten, nur um uns [Fußball-Lachnummer 1] eins auszuwischen... Wie gesagt: Österreich und Fußball - eindeutig zwei verschiedene Paar Schuhe!


http://www.zugastbeiverlierern.at/






(1)
Anm. Zitat aus "Falco"

Montag, 24. März 2008

Ostern[est] ubique

Voila! So (ist) auch in unserem Blog (eins für unsere Leser zu finden!) Happy Easter!

Dienstag, 11. März 2008

Die "Eine-Krocha" aus Wien und ihre seltsamen Kopfbedeckungen

Sie sind nicht zu übersehen. Und noch dazu eine typisch österreichische Erscheinung. Die jungen Leute (vorwiegend Burschen), die sich diesem neuen Hype, der wie schon gesagt bei uns im schönen Wien seine Wurzeln hat, hingeben.

Am Anfang habe ich mich noch gewundert, als ich einen einzelnen "Krocha" - vermutlich auf dem Weg zur Schule - in der U-Bahn entdeckt habe und meinen Blick aufgrund seiner grauslichen neon-farbenen Kappe nicht mehr von ihm abwenden konnte. Nicht er persönlich war es - weil ja auch viel zu jung - , der mich "fasziniert" hat, sondern vielmehr sein Auftreten, sein Selbstbewusstsein, das trotz DIESER Mütze da war. Nun, diese neon-pink/gelb/lila Schirmkappen - noch dazu windschief - aufgesetzt, sind ein Eye-Catcher. Das steht fest!
Tage später - es war ein Einkaufssamstag - als ich über die Mariahilfer Straße schlenderte und mir ganze Grüppchen, die in der Neon-Farbe ihrer Kopfbedeckungen aufeinander abgestimmt waren, entgegen strömten und ich auch beobachtet hatte, wie die "Krocha"-Gangs bei Aufeinandertreffen mittels Handzeichen miteinander kommunizierten, wurde mir schlagartig bewusst, dass meine damalige Begegnung in der U keineswegs als modischer Fehlgriff eines Möchtegern-Individualisten zu bewerten war, sondern dass da was "Größeres" im Gange ist... Nun, man ist ja nicht mehr die Jüngste, und kommt - so ist nun mal der Lauf des Lebens - mit den jugendkulturellen Bewegungen irgendwann nicht mehr mit. Wobei ich ganz offen sagen muss, dass ich nix versäume, wenn ich kein Krocha bin. Was bedeutet das nun? Krocha? Wikipedia sei dank, findet sich dort folgende Erörterung: Als Krocha bezeichnet man "Mitglieder einer jugendkulturellen Szene, die sich seit dem Herbst 2007 im Großraum Wien entwickelt hat. Der Begriff leitet sich vom Wienerischen „einekrochn“ (hineinkrachen) ab". Besonders steil finde ich ja auch, dass neben goldfarbenen Boxerstiefeln auch die durch Bräunungscreme oder Prolo-Toaster (d.i. Solarium) getönte Haut ein Erkennungsmerkmal/Markenzeichen der Krocha ist. Jaja, typisch Wien. "Ganz Wien, ist heut auf....überhaupt in der Ballsaison" (Falco). Ich finde das sagt schon viel aus. Aber nun zum "Einekrochen". Bevorzugt einegekrocht wird ins "Millenium" oder in die "Schicht" (Diskos in Wien).

Echt komisch, dass es sich bei dieser Szene um eine typisch Wiener Erscheinung handelt. Nichts für ungut, aber insgeheim hoffe ich, dass bald wieder mal eine "Emma" über diese Stadt ziehen und den Krocha die Kapperln von ihren Häuptern fegen wird. Damid do wieder a Rua is', in da Stodt! Oder wie unser Mundl sagen würde: "
Wenns es Zniachtln ned glei a Wolkn seiz, kriegts a Fotzn!" - DAS ist Wien!

Dienstag, 4. März 2008

Von Hurenkindern, Schusterbuben und Zwiebelfischen

Seid gegrüßt, Ihr, die Ihr lest was wir hier schreiben...

...falls es überhaupt jemand außer der flotten Blogger-Bagage
(
PetrusFranzJasomirgott, Frechdaxxx, Génie des MontAgnes) liest:

An Tagen wie dem heutigen freue ich mich bereits um 11:56 sovieles gelernt zu haben wie manchmal nicht einmal im Laufe einer ganzen Woche. Natürlich handelt es sich dabei um den Teaser dieses Posts.

Die "Hurenkinder"

Bewegt man sich (vorallem an den Wochenenden) in den Randbezirken Wiens mit öffentlichen Verkehrsmitteln fort, hat man diesen Ausdruck (sowie dessen Verwandte: "Oaschwoama", "Fud" oder "Beidloida") bestimmt schon des Öfteren vernommen. Da ich nun aber seit dem heutigen Tag, 11.36 Uhr, weiß woher der Ausdruck tatsächlich stammt, werde ich nie wieder meinen Blick betroffen zu Boden senken während mir die Schamesröte ins Gesicht steigt sobald meine Ohren solche - wie bisher vermutet - schmutzigen Ausdrücke vernehmen. Nein, ganz im Gegenteil, ich habe Hochachtung vor eben jenen Juvenilen, die es sich vormitternächtlich im halbtrunkenen Zustand lauthals schreiend neben mir auf dem Vierer-Bankerl mit den Füßen auf den Sitzen gemütlich machen, denn offenbar habe nur ich mit "Hurenkind" das Kind einer Hure verbunden. Was ich nämlich bis dato nicht wusste, war die Tatsache, dass der typographische Ausdruck: "Hurenkinder" (die politisch weniger inkorrekte Bezeichnung ist in diesem Fall „Witwe“) nichts anderes meint, als eine Zeile die ganz einsam und verlassen am Beginn einer Seite steht (ob auch den oben beschriebenen verwandten Begrifflichkeiten eine andere Bedeutung zugeschrieben werden kann, konnte ich durch meine bisherigen Recherchen allerdings noch nicht herausfinden). Das Gegenteil der "Hurenkinder" sind übrigens die "Schusterbuben".


Als Hilfe zur Unterscheidung dieser zwei typographischen Fehler dient folgender Merkspruch:

"Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht."

(siehe auch: http://tkb.design.fh-aachen.de/02_02_06_hurenkind.php)


Soweit zum Thema der „typographischen Allgemeinbildung“. Weder das "Hurenkind" noch der "Schusterjunge" sind übrigens in diesem Zusammenhang erwünscht (das ü ist ein sogenannter „Zwiebelfisch“ – wenn sich also ein Buchstabe in einer anderen Schrift hineinschummelt).

An dieser Stelle möchte ich auch noch die "Rotznase" erwähnen (ein Druckfehler im Tiefdruckverfahren); durch Schmutzablagerungen wie Papierstaub, Pigmentverkrustungen etc. (Rotz) unter dem Rakelmesser, zieht die Druckfarbe nasenförmig aus und druckt auf den Bedruckstoff.

Den "Blindfisch": ein falsch abgelegter Letter der unbesehen aus dem Fach eines Setzkastens entnommen wird.

Die "Hochzeit": ein doppelt gesetztes Wort oder ein doppelt gesetzter Satzteil.

Die "Leiche": das Gegenteil der "Hochzeit" - es fehlen Wörter.

Den "Fliegenkopf": das Abbild einer auf dem Kopf stehenden Type, also im Satzbild ein Fleck anstelle eines Buchstaben.

Das "Satzschiff": ein schweres Blech, auf dem man Bleisatz-Kolumnen transportiert und aufbewahrt, es dient auch als Arbeitsunterlage.

Und dann wären da noch...

"Versalien" - das sind Großbuchstaben, "Gemeine" sind Kleinbuchstaben. Der "Flattersatz" - eine Satzform ohne Worttrennungen, in der die Zeilenlänge dem Zufall, dem Sinn oder dem typografischen Entwurf untergeordnet wird. Im "glatten Satz" (heute Blocksatz genannt) werden nach dem Setzen einer Zeile die Wortabstände geändert, um eine bestimmte Länge der Zeile zu erreichen. "Quadraten", "Stege", "Ausschluß" werden nicht-druckende Teile genannt, ohne welche die Lettern keinen Halt hätten. "Spieße" sind Teile, die während des Druckes durch die Erschütterungen der Druckmaschine aufsteigen auf Schrifthöhe und dann mitdrucken... und sollte ich die Einzige sein, der diese Informationen neu waren, dann ersuche ich um Entschuldigung und wünsche noch einen schönen Tag!

(Weitere Details auch unter http://www.blog.druckerey.de/?s=tag&t=adsh)

Montag, 3. März 2008

"Viel Lärm um nichts" in Will Shakes Stratford-upon-Avon

William Shakespeare! Der William Shakespeare! Der englische Dichter, der Dramatiker, der Lyriker, der Welt- und Theaterliterat, dessen Gesamtwerk nach wie vor Aktualität und Gültigkeit besitzt. Im 16. Jahrhundert hat er geschaffen, geschrieben und gewerkt, hat "Plays" produziert, in denen er auch selbst in kleinen Rollen mitgewirkt hat. Der William Shakespeare also, den jedes kleine Kind zumindest vom Hören-Sagen kennt. Und dazu muss es sich nicht mal um ein Kind der englischen Bevölkerung handeln.
Vor ein paar Tagen waren wir zu Besuch in Stratford-upon-Avon, einer kleinen Stadt inmitten der englischen Grafschaft Warwickshire
, wo ER angeblich geboren wurde. Um uns dort umzusehen, um diese für die schreiberische Profession offenbar äußerst zuträgliche Luft einzuatmen, die kreative Atmosphäre dieses Ortes in freudiger Ewartung auf eine eigene schriftstellerische Erfolgsgeschichte quasi einzusaugen wie ein Staubsauger, sind wir - von Coventry kommend - in die Kulisse seiner ersten Lebens- und Schuljahre gepilgert. Schon in meiner Schulzeit, als meine Deutschlehrerin uns Shakespeare/die Shakespeare-Bühne und dessen/deren Vorbildwirkung für Lessing näher gebracht hat, habe ich aufgrund ihrer Schilderungen jenes pittoresken Ortes, den Entschluss gefasst, selbst einmal dort hinzufahren. Und dann war ich plötzlich in der Henley Street in Stratford, vor dem Haus, von dem man sagt, dass hier im Jahre 1564 ein gewisser "William Shakespere" geboren worden sei. Das Geburtshaus des Genies! Wikipedia weiß wieder mal mehr:

"
Es [das Haus; Anm.] stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und ist ein Beispiel für ein typisches Haus der englischen Mittelklasse jener Zeit. Es ist ein Fachwerkshaus, mit braun gestrichenen Holzbalken, die Zwischenräume gefüllt mit Flechtwerk und Lehm. Das Gebäude ist gut restauriert und kann besichtigt werden, im Inneren findet man Einrichtungsgegenstände aus der elisabethanischen Zeit, allerdings KEIN einziges Teil, das wirklich Shakespeare gehört hat."

Wie bitte? Spätestens jetzt sind meine Vorstellungen zunichte gemacht... Was soll denn das bedeuten? Heißt das etwa, dass ich mir das dort im hauseigenen Souvenirshop erstandene Schreibwerkzeug, das angeblich dem Shakespaer'schen Erfolgsfederkiel nachgebildet ist, hätte sparen können? Dachte ich mir beim Kauf nicht, dass seine Hand die meine beim Texten von (Blog-?)Literatur führen und mich parallel dazu zu literarischer Anerkennung führen würde?
Im letzten Moment schien es als hätte er mich tatsächlich an der Hand genommen, um mich von dem Haus fortzuführen und mich vom Besuch der angeblichen Geburtsräumlichkeiten abzuhalten. Womöglich hätte ich sonst enttäuscht feststellen müssen, dass mein Will GAR NICHT gelebt hat und diese Ghostwriter-Theorie der Wahrheit entspricht. Aber... WER zum Teufel hätte dann in diesem Moment meine Feder geführt?

Mittwoch, 16. Jänner 2008

Warum gerade Dita - und nicht Günta?

Zu Recht fragen so manche derstandard.at-Posting-Schreiber, warum sich Richie L. heuer ausgerechnet DITA VON TEESE als Opernballstargast ausgesucht hat. Wäre es nicht naheliegender gewesen, sich für den allseits bekannt-beliebten Günta zu entscheiden, der ja immerhin auch "billiger und jünger" zu haben gewesen wäre? Denn: Kaum ein Österreicher kennt diese anrüchige Dame, die sich in ihrer Profession als Stripperin, Nacktmodell und Ex-Gattin des US-Schockrockers Marylin "I wanna fuck you like an animal" Manson gerne mal in überdimensionalen Cocktail-Gläsern von ihrer besten Seite zeigt... auch wenn Otto-Normal-Österreicher Dita, die wie Günta ein Faible für rotes Plüsch hat, gar nicht kennt, lässt diese Entscheidung - nämlich FÜR Dita und somit GEGEN Günta ;-) -, bei Richie - ein scheinbar über Nacht erwachtes - mediales Gefühl für die perfekte Auswahl seiner Gäste erkennen. BRAVO!

Wie jedes Jahr werden sich's die Österreicher am Ball-der-Bälle-Abend mit Chips und Cola vorm TV gemütlich machen, um den "Leuten", über die man gerade spricht, via Fernsehschirm so nah wie eben möglich zu kommen. Ich bedauere nochmals zutiefst, dass Dita
hierzulande eher mit billigen Handytarifen assoziiert wird. Die landesweite Unkunde, was spannende Persönlichkeiten angeht, wird auch durch folgendes Posting - ironisch - zum Ausdruck gebracht:

Stimmt das ?!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Dieter kommt zum Opernball ?!!!!!!!
WAAAAAAAAAAAAAAAAAAH-nsinn !
:-)

Freitag, 11. Jänner 2008

Ich möchte ein Eisbär sein...

...zwar nicht am kalten Polar, dafür im Nürnberger Zoo! Das derzeit noch "unbenamste" Eisbär-Baby wird dort gehätschelt und getätschelt, bekommt alle paar Stunden das Fläschchen und wird mit Sicherheit so ein kleiner weißer (noch!) Star wie sein Berliner Artgenosse "Knut".

Über den Namen Knut lässt sich streiten, und es ist zu hoffen, dass sich die Internet-Community, die zur Namensfindung aufgerufen wurde, auf einen passenderen Eisbären-Namen einigen wird können. Apropos, wer mitbestimmen möchte: http://www.nuernberg.de/internet/eisbaer/eisbaername.html

- Nur bitte nichts Knut-artiges!
Auch nur 16 Prozent (aber immerhin...) von mehr als tausend befragten Deutschen können sich vorstellen ihr Kind "Knut" zu nennen...