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Donnerstag, 23. August 2007

Ein Jahr Natascha!

Vor exakt einem Jahr (23.8.2006) ist ihr (Natascha K., Anm.) das Unglaubliche gelungen! In einem unbeaufsichtigten Moment konnte sie sich aus den Fängen ihres Entführers befreien, der sie achteinhalb Jahre zuvor am Schulweg in sein Auto gezerrt und seitdem in einem Kellerverlies eingesperrt hatte.

Und heute ist ihr erstes Jahr in Freiheit um. So schnell vergeht die Zeit. Natürlich nicht ohne dass wir Natascha dank vielgestaltiger Medienberichte begleitet hätten. Nein! In unzähligen Interviews, in denen nachgefragt wurde, wie es ihr denn JETZT (nach einem Monat, nach sechs Monaten, nach neun Monaten, nach einem Jahr, zu ihrem Geburtstag, zu Weihnachten, im Inland, im Ausland, im Frühling, Sommer, Herbst und Winter...) gehe, hat sie brav und geduldig Auskunft gegeben. Gerade in diesen Tagen rückte K. wieder mehr ins Scheinwerferlicht, dem sie in Wahrheit nie entkommen war. Anlass dazu gab die kürzlich erschienene (und bereits gelesene...) Teil-Autobiographie ihrer Mutter (betreffend die Jahre 1998-2006), die wohl nicht ohne Hintergedanken des Verlages just zum einjährigen Freiheits-Jubiläum respektive zu K.'s "zweitem Geburtstag" auf den Markt geworfen wurde. Apropos ge- bzw. beworfen. Beworfen wurde auch der Vater des Entführungsopfers. Mit Anschuldigungen und Verleumdungen in jenem Buch sieht er sich konfrontiert, gegen die er jetzt rechtliche Schritte einleiten will/wird. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen gehen also weiter. "Was lange währt, wird endlich gut" trifft in diesem Fall leider nicht zu. Waren sich die Eltern achteinhalb Jahre lang gegenseitig nicht wirklich koscher, weil jeder vom Anderen dachte, er/sie sei in die Entführungsgeschichte verwickelt, geht die Feindschaft auch nach Wiederauftauchen der geliebten Tochter ohne Unterbrechung weiter. K. kehrte insofern an einen den furchtbaren Jahren zuvor mindestens gleichwertigen "locus terribilis" zurück. Tja, und auch der Umgang mit Medien will gelernt sein, wie K. es erst im letzten groß angelegten Interview zur Sprache gebracht hat. Sie hat es im Gegensatz zu ihren Eltern trotz dem medial-belächelten Fächerspiel bei Mamas Buchpräsentation schneller geschnallt, (auch) das (Medien-)Monster zu bändigen!

Mittwoch, 16. Mai 2007

Komasaufen in aller Munde

Oder: Volle Kanne Komasaufen...
"Jung und dumm" ist man nur 1 x im Leben. Gott sei Dank! Auf der Suche nach dem perfect Pic, das den aktuellen Blogbeitrag zum Thema Komasaufen plakativ unterstützen soll, fiel mir dieses da (siehe links) in die Hände. Als ich es nach so langer Zeit wieder einmal betrachte und mir die derzeitig hitzigen Debatten ins (Kurzzeit)Gedächtnis rufe, steigen mehr als ambivalente Gefühle in mir hoch: Einerseits möchte ich losprusten ob dieser jung-dummen Schnaps-Idee (woher diese Bezeichnung wohl stammt, frage ich mich...) und andererseits - man wird ja auch älter mit der Zeit - empfinde ich für mein damaliges Handeln totales Unverständnis und abgrundtiefe Abscheu.


Die Leser/Betrachter fragen sich nun sicher: Was zum Teufel ist so besonders an diesem Bild?

DIESES Bild, meine Damen und Herren, zeigt eine Gießkanne (Fassungsvolumen: 10 Liter ! ! !), die randvoll mit "Alm-Weiß" (alternativ auch "Cola-Rot") gefüllt ist.
Eine Kanne, die als steter Begleiter (als liquides Handgepäck quasi) von einem Festival zum anderen gereist ist. Eine Kanne, die - sofern man das Gewicht "dahebn" konnte - gerne im Gießkannenprinzip (bei dem der ganze Inhalt "gleichmäßig" über die gesamte Zielgruppe verteilt werden kann) an andere jung-dumme Menschen gereicht wurde. Eine Kanne, auf der sich die Kanne-raden per Unterschrift verewigt haben. Eine Kanne, die ihrem eigentlichen Zweck entfremdet wurde und die trotz Entfernen des Regenbrause-Aufsatzes die Kannensäufer nach und nach zu wilden Regentänzen animiert hat. Ja, so hat sich das damals abgespielt, das Kannen-Komasaufen!

Komasaufen - ein Thema, das die Welt bewegt. Unsere Gesundheitsministerin Kdolsky wurde dazu erst kürzlich in einem Live-Interview im TV gefragt, wann sie zum letzten Mal betrunken gewesen sei. Sie könne sich nicht mehr dran erinnern, war ihre Antwort. Also bitte, klingt fast danach, als ob's erst gestern war.
Beim Anblick des besagten Bildes kommt auch mir vor, als ob's erst gestern gewesen ist, doch
distanziere ich mich in Anbetracht der laufenden Diskussion von meiner Vergangenheit und rate explizit von einer Nachahmung ab! Eine von uns muss ja als Vorbild fungieren...

Samstag, 14. April 2007

In Kondom-Kdolskys Kisterl kramen

Mit welchen Informationen man als Medien-Nutzer so versorgt wird, ist oft mehr als bedenklich...Unsere Gesundheitsministerin A. Kdolsky, die sich zwar bereits mit Schweinsbraten, einer zentralisierten Krankenkasse und ihrer täglichen Zigarette in das gesundheitsministerliche Fettnäpfchen gesetzt hat, verteilt neuerdings an einer Wiener Schule Kondome an 15-Jährige, lässt diese in ihrer Kondom-Box das passende aussuchen (Knips!) und erzählt beiläufig, dass auch Minister (noch) Sex in ihrem Leben hätten. Die Leser/Hörer wollen sowas wissen. Abgesehen von der Tatsache, dass diese (PR-?)Aktion gründlich in die Hose gegangen ist, weil die Eltern der abgelichteten Jugendlichen ihren Nachwuchs "für parteipolitische Zwecke missbraucht" sehen, ist nun fraglich, ob die Basis-Botschaft bei den jungen Leuten heutzutage wirklich auf fruchtbaren Boden gefallen ist... und damit sind sicher nicht nur empfängnisverhütende Maßnahmen gemeint...

Dienstag, 10. April 2007

Mitten im Siebten

Agnes in the middle - hier in meiner kleinen Ruheoase mitten im 7. drehe ich heute vorabendlich mein TV-Gerät auf, erbleiche und frage mich, was sich der ORF da immer einfallen lässt. Derzeit versucht er mit einem neuen Vorabend-Format namens "Mitten im Achten" zu punkten. Eine Sitcom/Soap aus Österreich, die dem Sender sein konservatives Manterl ausziehen will. Und nach dem Manterl, das Höschen und schließlich auch den Büstenhalter. Mir ziagts lediglich die Schuach aus, wenn ich mir von nun an diesen Scheiß anschauen muss. Das jahrelangeTabuthema Sex soll dadurch offenbar entstaubt werden - plötzlich herrscht ein anderer (rauherer) Ton im TV (und das um DIESE Uhrzeit!): Der Bub muss - weil er daheim nicht darf - in Papas Auto pudern, während die jungen, aufgeschlossenen Studenten-Bobos in der Nachbarwohnung am Küchentisch fi.... äh feiern.
Wenn's so weiter geht, wird die gut bürgerliche Josefstadt bald das neue verlotterte Kaisermühlen in Wien...
Als BewohnerIn dieser Stadt muss man sich für so ein untergürtellineares Programm genieren - vor ganz Restösterreich, vor Europa, vor der ganzen Welt.